Behandlungsmethoden

Die Spasmodische Dysphonie ist chronisch und derzeit nicht heilbar. Es gibt aber gute Behandlungsmethoden, die das Leben mit Spasmodischer Dysphonie deutlich vereinfachen und angenehmer gestalten.

1. Injektion von Botulinumtoxin (Botox)

Die häufigste und wirksamste Therapie ist derzeit die Injektion von Botulinumtoxin (Botox) in die kleinen betroffenen Muskeln im Kehlkopf.
Die Wirkung ist vorübergehend, daher müssen Injektionen in Abständen von mehreren Monaten wiederholt werden.

Nach der Injektion sind die zuvor überaktiven Muskeln vorübergehend abgeschwächt: Der Stimmklang wirkt weniger gepresstanfangs oft etwas behauchtHäufige, meist vorübergehende Nebenwirkung ist leichtes Verschlucken (Schluckstörung).

Diese Behandlung ist im Ausland seit Jahrzehnten etabliert und in Deutschland seit März 2013 zugelassen – gesetzliche Krankenkassen übernehmen in der Regel die Kosten.
Die Injektion erfolgt meist transoral (durch den Mund) unter Sicht per Endoskop. Je nach Klinik und Wunsch des Patienten unter örtlicher Betäubung oder unter Narkose.

Die volle Wirkung setzt einige Tage nach der Injektion ein. Die Stimme spricht dann leichter an und klingt nicht mehr gepresst.

Die Wirkung des Botulinumtoxins lässt nach einigen Monaten wieder sukzessive nach, wodurch die Stimme nach und nach wieder rauher und heiserer wird, so dass die Prozedur dann wiederholt werden sollte. Es gibt langfristig keine Hinweise, dass die Dosis erhöht werden muss oder sich die Wirkung abschwächt.

Generell wichtig ist es, dass vor einem Behandlungsansatz neben einer phoniatrischen Untersuchung eine ausführliche Differentialdiagnostik (neurologisch, internistisch, psychologisch) erfolgen sollte, um die Diagnose einer primären spasmodischen Dysphonie zu sichern und andere Ursachen einer Heiserkeit auszuschliessen.

Bei weiteren Bewegungsauffälligkeiten außerhalb des Kehlkopfes sollte zusätzlich die Vorstellung bei einem Neurologen erfolgen.

2. Operative Verfahren

Für Patienten, die eine dauerhaft normalisierte Stimmfunktion wünschen,  kommen operative Verfahren in Betracht:

  • die SLAD-R, oder auch selektive laryngeale Adduktor-Denervierung und Reinnervierung mit Durchtrennung des Nervenastes der verkrampfenden Stimmlippenmuskeln und Herstellung einer Ersatz-Nervenstimulation ohne Verkrampfungsneigung beim Sprechen
  • die Myoneurektomie, eine rein endoskopische Laser-gestützte Ausdünnung der Stimmlippenmuskulatur

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3. Alternative Verfahren

In einzelnen Fällen können Akupunktur oder Entspannungverfahren wie Yoga helfen mit der Situation besser umzugehen, allerdings ist eine Heilung dadurch nach aktuellen Erkenntnissen nicht möglich.

Auch logopädische Stimmübungen bringen meistens keine anhaltende Besserung.